Digitaler Produktpass
Digitaler Produktpass (DPP): ein Beispiel mit den Daten eines Kleidungsstücks
Von Vita · Veröffentlicht
Ein anschauliches Beispiel für einen digitalen Produktpass für ein Kleidungsstück: welche Daten ein Textil-DPP brauchen kann, wo sie liegen und was meist fehlt.
Ein hilfreiches Beispiel für einen digitalen Produktpass (DPP) ist für eine Modemarke kein QR-Code-Entwurf, sondern eine Karte der Daten hinter einem Produkt: welche Informationen ein Textilpass brauchen kann, wo sie heute liegen, wer sie hat und was fehlt.
Unten finden Sie eine beispielhafte Karte für ein einzelnes Hemd, aufgebaut auf den Themen, die die Europäische Kommission derzeit für Textilien nennt. Es ist ein Beispiel, kein Kundenfall und nicht die endgültige rechtliche Liste.
Welche Daten braucht ein DPP für Textilien?
Die endgültige Liste steht noch nicht fest. Der delegierte Rechtsakt für Textilien nach der Verordnung (EU) 2024/1781 über Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (ESPR) ist für das vierte Quartal 2027 geplant; erst er legt die genauen Felder fest. Derzeit nennt die Europäische Kommission mögliche Themen:
- Identifizierung und Merkmale des Produkts;
- Faserzusammensetzung nach der Textilkennzeichnungsverordnung (EU) Nr. 1007/2011;
- Nutzung und Reparatur;
- Wiederverwendung und Ende der Lebensdauer;
- Herkunft;
- die beteiligten Wirtschaftsakteure.
Außerdem ist jeder Pass über einen Datenträger, etwa einen QR-Code, mit einer eindeutigen Produktkennung verknüpft.
Den datierten Stand der EU-Regeln finden Sie auf der Seite zum DPP-Status in der EU.
Beispiel: Datenkarte für ein Hemd
Das Produkt in diesem Beispiel ist ein angenommenes Hemd aus einem Baumwollmischgewebe mit Knöpfen, das eine Marke unter eigenem Label verkauft und bei einer Lohnfertigung nähen lässt. Die Tabelle zeigt für jedes mögliche Thema, wo die Daten meist liegen, wer sie hat und welche Lücke wir erwarten würden.
| Mögliches DPP-Thema | Wo die Daten meist liegen | Wer sie hat | Typische Lücke |
| Produktidentifizierung | PIM oder ERP, Produktseite | Marke | Keine Kennung pro Modell, Charge oder Einzelstück festgelegt |
| Faserzusammensetzung | Pflegeetikett, Stoffspezifikation | Weberei | Etikett und Prüfbericht der Weberei weichen ab; kein Verweis auf das Dokument |
| Herkunft | Bestellungen, E-Mails der Fabrik | Fabrik oder Einkaufsagent | Nur das Konfektionsland ist bekannt, Spinnerei und Weberei nicht |
| Nutzung und Reparatur | Pflegeetikett, Website | Marke | Pflegesymbole vorhanden; Reparaturhinweise und Ersatzknöpfe fehlen |
| Wiederverwendung und Ende der Lebensdauer | Kaum erfasst | Marke, Recycler | Keine strukturierte Angabe zur Fasermischung oder zu abnehmbaren Zutaten |
| Wirtschaftsakteure | Verträge, Rechnungen | Marke, Importeur | Rollen von Marke, Importeur und Händler sind nicht festgehalten |
| Nachweise | E-Mail-Anhänge, geteilte Laufwerke | Lieferanten | Zertifikate verstreut, teils abgelaufen, nicht dem Produkt zugeordnet |
So lesen Sie die Karte
Geben Sie jeder Zeile einen von drei Status: vorhanden und belegt (es gibt ein Quelldokument, das Sie vorzeigen können), vorhanden, aber unbelegt (jemand gibt es an, nichts belegt es) oder fehlt. In den meisten ersten Karten sind nur wenige Zeilen belegt: Die Daten existieren irgendwo, aber nicht in einer Form, die sich prüfen oder wiederverwenden lässt.
Die Lücken sind selten technisch. Sie liegen zwischen Unternehmen: Die Weberei kennt die Zusammensetzung, die Fabrik die Produktionsschritte, und die Marke hat beides nicht strukturiert vorliegen. Deshalb braucht die Datenerhebung bei Lieferanten Zeit.
Ist ein QR-Code ein DPP-Beispiel?
Nein. Ein QR-Code ist nur ein Datenträger: Er öffnet den Pass. Ein QR-Code ohne die Daten dahinter sagt nichts darüber aus, ob ein Produkt bereit ist. Das zeigt die Datenkarte.
Wie Kennung, Datenträger und Pass zusammenwirken, erklären wir im Beitrag darüber, was ein DPP ist.
So erstellen Sie die Karte für Ihr eigenes Produkt
Laden Sie die Vorlage für die DPP-Datenkarte (Excel, XLSX) herunter und füllen Sie sie für Ihr Produkt aus.
- Wählen Sie ein reales Produkt, das für Ihr Sortiment typisch ist.
- Übernehmen Sie die möglichen Themen oben als Zeilen.
- Suchen Sie für jede Zeile das Quelldokument und das Unternehmen, das es hat.
- Markieren Sie jede Zeile als belegt, unbelegt oder fehlend.
- Legen Sie fest, welche Anfragen in welcher Reihenfolge an welchen Lieferanten gehen.
Wiederholen Sie das für ein zweites Produkt aus einer anderen Kategorie, bevor Sie das ganze Sortiment planen: Lücken, die sich wiederholen, zeigen, wo sich Ihr Prozess ändern muss.
Was dieses Beispiel nicht zeigt
Es sagt die endgültigen Anforderungen an Textilien nicht voraus und ist keine Konformitätsprüfung. Felder können sich ändern, wenn der delegierte Rechtsakt angenommen wird; danach folgt eine Übergangszeit von mindestens 18 Monaten. Eine Karte nach den heutigen Themen lohnt sich trotzdem, denn das Schwierigste — zu wissen, wo Ihre Daten liegen und wer sie hat — bleibt gleich.
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Per E-Mail informiert, wenn sich die Vorlage ändert
Wir schreiben Ihnen, wenn wir diese Vorlage aktualisieren oder sich die EU-Regeln zum digitalen Produktpass ändern. Sonst nichts.